Zurück zur Projektübersicht

Das Ende der Globalisierung - braucht Deutschland ein neues Geschäftsmodell?

Geschäftsmodell Deutschland

Auftraggeber

Eigene Publikation in Kooperation mit BayernLB

Jahr

2020


„Wenn wir auf die Globalisierung, wie wir sie kennen, nicht mehr bauen können, wo liegen dann die Wachstumsmärkte für die deutschen Unternehmen?“
Dr. Michael Böhmer

Die Globalisierung hat ihre Dynamik verloren oder stagniert sogar – nicht erst seit der Corona-Pandemie. Die deutsche Wirtschaft, die jahrzehntelang gut vom Exportgeschäft gelebt hat, muss sich deshalb neue Geschäftsfelder jenseits der traditionellen großen Auslandmärkte suchen. In einer gemeinsamen Studie mit BayernLB zeigen wir, wie Unternehmen angesichts sinkender Exporte jetzt die richtigen Weichen stellen können.

Jetzt Studie anfordern

Um dieses YouTube-Video ansehen zu können, akzeptieren Sie bitte die Marketing Cookies.

 

Erschließung neuer Export-Absatzmärkte

Besonders zukunftsträchtig ist die Erschließung von geografischen Märkten in der zweiten Reihe wie die Philippinen und Nigeria. Das stellt Unternehmen vor Herausforderungen und erfordert eine individuelle Analyse, welche Märkte für ein bestimmtes Unternehmen mit seinem Geschäftsmodell besonders erfolgversprechend sind. Das Gütesiegel “made in Germany” ist dabei ein entscheidender Faktor für einen erfolgreichen Markteintritt.

Diese Schwellenländer aus der zweiten Reihe bieten langfristig Potenziale

Jährliche Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsprodukts nach Wachstumskomponenten 2018 bis 2030, in %


Quelle: Prognos View/VIEW+ Modell

 

Auf den neuen Märkten sind oftmals eher einfacher konstruierte, robuste Produkte – z. B. Maschinen und Anlagen – gefragt, als solche aus dem technologisch besonders anspruchsvollen Premiumbereich. Bei der Entwicklung innovativer Exportprodukte sind hybride Geschäftsmodelle besonders vielversprechend, bei denen klassische industrielle Ansätze mit digitalen Technologien verbunden werden. So machen offene Plattformen die Analyse und Speicherung von Daten aus weltweit installierten Maschinen in Echtzeit möglich.

Wettbewerbsfaktor Nachhaltigkeit

Ein zunehmend wichtigerer Wettbewerbsfaktor wird künftig der Bereich Nachhaltigkeit. Deutschland kann auf Grundlage seines technologischen Know-hows und seiner Vorreiterrolle innerhalb der EU noch stärker den globalen Trend zu mehr Nachhaltigkeit nutzen. Ist der politische Wille da, den Klimawandel einzudämmen, geht dies nicht ohne erhebliche Investitionen in Umwelttechnik, was wiederum innovative Geschäftsmöglichkeiten eröffnet.

Starke deutsche Position im Wachstumssegment Umwelttechnik

Weltexportanteile Deutschlands in einzelnen Segmenten der Umwelttechnik, 2017, in %

Quelle: Prognos Umweltwirtschaftsmodell envigos

 

Stärkere Berücksichtigung der Binnennachfrage

Auch im Inland bieten sich zahlreiche neue Geschäftsmöglichkeiten. Unternehmen, die frühzeitig verstehen, inwiefern strukturelle Veränderungsprozesse die Binnennachfrage verändern und ein darauf passendes Produktportfolio entwickeln, werden im Inland Erfolg haben.

Die Geschäftschancen im Inland erstrecken sich auch auf den Bereich der öffentlichen Investitionen. Wir erwarten künftig höhere staatliche Investitionen in die Infrastruktur, etwa beim Verkehr oder bei der digitalen Infrastruktur. Die vorgesehenen Corona-Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur und der Transformation dürften in den kommenden Jahren den Umfang der öffentlichen Investitionstätigkeit deutlich erhöhen.

„Ob neue geografische Märkte, neue Produkte oder ein stärkerer Fokus auf den Binnenmarkt – all diesen Maßnahmen ist gemein, dass sie auf den bisherigen Stärken der deutschen Wirtschaft aufsetzen“, resümiert Studienautor und Prognos-Chefvolkswirt Dr. Michael Böhmer.

Jetzt Studie anfordern

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Michael Böhmer

Chefvolkswirt | Leiter Corporate Solutions

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

Virtuelle Circular Economy Europareise: Lebensmittel und Nährstoffe

| Event

Der zehnte Stopp der Circular Economy Europareise befasst sich mit dem zirkulären Ansatz in der Lebensmittelindustrie.

Lieferausfall russischen Gases – Folgen für die deutsche Industrie

2022
| Projekt

Ein neues Szenario im Auftrag der vbw zeigt, was Deutschlands Industrie bevorstehen könnte, wenn Russland kein Gas mehr liefert.

Die wirtschaftliche Erfolgsstory Schweiz–EU ist in Gefahr

2022
| Projekt

Ohne Rahmenabkommen laufen die befristeten Abkommen zwischen der EU und der Schweiz nun nach und nach aus. Eine Studie für vbw ermittelte die wirtschaftlichen Folgen.

Bildungsgrundeinkommen 2.0

Meldung

Ein Bildungsgrundeinkommen könnte vielen Erwerbspersonen eine Weiterbildung ermöglichen. Wir untersuchen: Was wäre zu beachten, um das Modell in Deutschland einzuführen?

Bildungsgrundeinkommen 2.0

2022
| Projekt

Ein Bildungsgrundeinkommen könnte vielen Erwerbspersonen eine Weiterbildung ermöglichen. Wir untersuchen: Was wäre zu beachten, um das Modell in Deutschland einzuführen?

Wissenschaftsnetzwerk: Kultur- und Kreativwirtschaft als Krisennavigatorin?

| Event

Pandemie, Krieg, Klimakrise – kann die Kultur- und Kreativwirtschaft in Zeiten sich überlagernder Krisen eine Rolle als Krisennavigatorin einnehmen?

Studienvorstellung: Bildungsgrundeinkommen 2.0

| Event

Claudia Münch präsentiert erstmals die Studie zur Machbarkeit eines Bildungsgrundeinkommens in Deutschland.

Studienvorstellung: Die enge EU-Anbindung der Schweiz

| Event

Am 27. Juni präsentiert Dr. Michael Böhmer auf einem vbw-Kongress erstmalig die Ergebnisse der Studie „Die enge EU-Anbindung der Schweiz – eine wirtschaftliche Erfolgsstory in Gefahr?“.

Ist die gesetzliche Krankenversicherung generationengerecht?

Meldung

Prognos-Experte Stefan Moog hat untersucht, wie die Nachhaltigkeit von Systemen wie der GKV berechnet werden kann.

Inflation: Aktuelle Zahlen zu Mehrbelastung und Entlastung von Familienhaushalten

2022
| Meldung

Eine neue Analyse zeigt, wie stark unterschiedliche Haushaltstypen von inflationsbedingten Mehrbelastungen betroffen sind.

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren