Zurück zur Projektübersicht

Hintergrundpapier zur Energieeffizienzstrategie Gebäude

Auftraggeber

Bundesstelle für Energieeffizienz

Jahr

2015

Wie kann das Ziel des nahezu klimaneutralen Gebäudebestandes bis zum Jahr 2050 erreicht werden? Die „Energieeffizienzstrategie Gebäude (ESG)“ des Bundeswirtschaftsministeriums soll Antworten geben – Prognos liefert Hintergrundpapier.

Mit dem veröffentlichten Hintergrundpapier zur ESG werden die Forschungsergebnisse zum nahezu klimaneutralen Gebäudebestand der letzten Jahre zusammengeführt. Die Potenziale und Grenzen für den Einsatz erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz im Gebäudebestand werden ermittelt und hieraus der noch verbleibende Korridor zur Zielerreichung bis 2050 abgeleitet. Hierbei finden die Belange anderer Verbrauchssektoren und der Energiebereitstellung (Strom, Fernwärme) Berücksichtigung. Für die Ränder dieses Korridors werden Zielszenarien entwickelt und die Auswirkungen ihrer Umsetzung auf die Kosten des Wohnens und die sozialen Sicherungssysteme berechnet. Die Ergebnisse werden einem Referenzszenario, in dem die aktuellen Politiken fortgeführt werden, gegenübergestellt. Im letzten Schritt werden insgesamt 15 kurz- und mittelfristig umsetzbare Politikmaßnahmen entwickelt und in ihr Beitrag zum Schließen der Lücke abgeschätzt.

Prognos hat gemeinsam mit dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) und dem Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) das BMWi bei der Erstellung der ESG wissenschaftlich begleitet.

Zentrale Ergebnisse:

  • Bei Fortführung aktueller Politiken wird das Ziel des klimaneutralen Gebäudebestandes bis 2050 verfehlt werden. Das Referenzszenario ermittelt für das Jahr 2050 eine Reduktion des nicht erneuerbaren Primärenergieverbrauchs von 60% ggü. dem Jahr 2008.
  • Der klimaneutrale Gebäudebestand wird nur durch die Kombination von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien erreichbar sein. In beiden Bereichen bedarf es zusätzlicher Anstrengungen. Menge und Tiefe der energetischen Gebäudemodernisierung müssen weiter gesteigert werden. Der Einsatz erneuerbarer Energien im Gebäudebestand und im Neubau muss gesteigert werden.
  • Die Dekarbonisierung der Stromerzeugung und der Fernwärme sind Grundvoraussetzungen für den klimaneutralen Gebäudebestand.
  • Die Potenziale für erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind begrenzt. Der verbleibende Zielkorridor wird hierdurch deutlich eingeschränkt. Der Endenergieverbrauch des Gebäudebestandes wird sich um bis zu 54% reduzieren lassen.
  • Besonders kritisch für die Zielerreichung wäre das Unterschreiten der Minimalmaßnahmen im Bereich der Energieeffizienz, da es sonst zu einer stärkeren Nutzungskonkurrenz für erneuerbare Energiepotenziale kommt und eine Zielverfehlung deutlich wahrscheinlicher würde.
  • Trotz unterschiedlicher Investitionsbedarfe sind die Auswirkungen auf die Kosten des Wohnens vergleichsweise gering. Der Unterschied zwischen Referenz und Zielszenarien liegt bei maximal 6 %. Die Summe der Transferleistungen im Bereich Wohnen unterscheidet sich um weniger als 5%.

Verbleibender Raum zur Reduktion des nicht erneuerbaren Primärenergieverbrauchs in Gebäuden um mindestens 80%

Hintergrundpapier zur Energieeffizienzstrategie Gebäude (PDF, 131 Seiten)

Autoren: 

Nils Thamling, Prognos | Dr. Martin Pehnt, ifeu | Dr. Joachim Kirchner, IWU

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Nils Thamling

Senior Projektleiter

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

Haus mit Solarzellen

Die Energiewende im Wärmebereich

laufend

Das BMWi Projekt „Wärmewende 2030–2050“ begleiten wir wissenschaftlich mit weiteren Partnern.

Brücke die über einen Fluss führt

Roadmap Energieeffizienz 2050

2021

Klimaneutralität lässt sich nur mit einer höheren Energieeffizienz erreichen. Das Dialogforum „Roadmap Energieeffizienz 2050“ der Bundesregierung erarbeitet konkrete Maßnahmen.

Wasserstofftanks sind im Vordergrund zu sehen. Im Hintergrund stehen drei Windräter und PV-Anlagen

Wasserstoff: Energieträger der Zukunft?

2021

Die Reise zur Klimaneutralität gewinnt an Tempo. Ein wichtiger Baustein zur Erreichung ist Wasserstoff.

Grünes Feld im Vordergrund. Auf der linken Seite ist ein Windrad zu sehen, rechts Biogasnalgen

Die Potenziale integrierter Bioenergiekonzepte

2021

Industriewärme, Flug- und Schwerlastverkehr sowie Negativemissionstechnologien sind zukunftsträchtige Einsatzbereiche für Bioenergie. Das zeigt der Schlussbericht des SmarKt-Projekts von Prognos und dem Deutschen Biomasseforschungszentrum.

Vogelperspektive auf einen kleinen Pfad in einem Wald

Szenarien für ein zukünftiges Energiesystem

2021

Mit welchen politischen Maßnahmen kann das Treibhausgas-Reduktionziel für das Jahr 2030 erreicht werden? Im Auftrag des BMWi haben wir gemeinsam mit dem Fraunhofer ISI, IINAS und GWS vier Szenarien zur Entwicklung des Energiesystems entwickelt.

Arbeiter mit rotem Helm vermessen eine PV-Anlage

Untersuchung des Marktes für Energiedienstleistungen

2021

Seit 2016 werden die Märkte für Energiedienstleistungen (EDL) und Energieeffizienz durchgängig im jährlichen Rhythmus untersucht. Das Gutachterteam, bestehend aus Prognos, ifeu Institut und Kantar, untersucht für die BfEE diesen Markt.

Wärmepumpe im Keller eines Hauses

Auswirkungen gewerblicher Wärmelieferung

2021

Seit 2013 dürfen VermieterInnen auch die Kosten gewerblicher Wärmelieferung Dritter als Betriebskosten auf die MieterInnen umlegen. Ob die Ziele dieser Wärmelieferverordnung erreicht wurden, überprüft Prognos gemeinsam mit der KEA-BW bis Ende 2021.

Windkrafträder stehen auf einem kahlen Feld

Wirtschaftliche Lösungen für das Stromsystem der Türkei

2020

Wie kann die Energiewende in der Türkei vorangetrieben werden? Zusammen mit Deloitte haben wir für den türkischen Thinktank SHURA neue Impulse für die Effizienzstrategie des Landes erarbeitet.

Renovierung eines Gebäudes oder Hausbau

Dekarbonisierungsoptionen im Gebäudesektor

2020

Wie gelingt die Reduktion der Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor?

eine junge Frau und ein Mann mit Schutzhelmen begutachten Pläne in einer Fabrik

Ex post-Analyse des Pilotprogramms STEP up!

2020

Im Auftrag des BMWi evaluierten Prognos und ifeu das wettbewerbliche Förderprogramm STEP up!, was Energieunternehmen motivieren soll, Energiesparpotenziale stärker zu nutzen.

Adobe Stock - CleverStock

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren