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Reinhard Mohn Preis | Montag, 30.07.2018

Von der Welt lernen: Umgang mit kultureller Vielfalt

Wie kann das Zusammenleben in kultureller Vielfalt gelingen? Anlässlich der Verleihung des Reinhard Mohn Preises 2018 wurde Prognos von der Bertelsmann Stiftung mit einer internationalen Good-Practice-Recherche zu dieser Frage beauftragt.

©iStock - Marc Bruxelle

Gelingendes Zusammenleben in kultureller Vielfalt bedeutet: Alle Menschen haben die Chance, am Wohlstand der Gesellschaft teilzuhaben, politisch zu partizipieren, sich zugehörig zu fühlen und vertrauensvolle Beziehungen zu anderen zu pflegen – unabhängig von ihrer kulturellen Identität.

Eine Good-Practice-Analyse der Prognos AG zeigt Handlungsempfehlungen dafür auf. Sie wurde für die Bertelsmann Stiftung anlässlich der Verleihung des Reinhard Mohn Preises 2018 erstellt.

Dabei wurden exemplarisch Städte betrachtet, die eine explizite und koordinierte Strategie im Umgang mit Vielfalt verfolgen:

Die belgische Stadt Mechelen betrachtet Vielfalt als die neue Realität von Städten, die aktiv gestaltet werden muss. Dabei ist die „Inklusive Stadt“ eines von sechs Zielen der Stadtverwaltung. Die Lenkgruppe „Samenleven in Diversiteit“ (Zusammenleben in Diversität) setzt sich aus verschiedenen Parteien und Räten der Stadtverwaltung zusammen. Sie trifft sich drei- bis viermal im Jahr, definiert die strategischen Aktionsfelder und reflektiert bisherige Maßnahmen und Programme. Ein neues Selbstverständnis, das die kulturelle Vielfalt Mechelens widerspiegelt und die Gemeinsamkeiten der Einwohner betont, fördert so die Identifikation der Bewohner mit ihrer Stadt.

Die ehemalige Industriestadt Leicester ist eine der ethnisch und religiös vielfältigsten im Vereinigten Königreich. Sie steht exemplarisch für den institutionalisierten Dialog verschiedener Gemeinschaften mit der Stadtverwaltung. Als eine der ersten Städte in England integrierte Leicester eine sogenannte Community Cohesion Strategy, die fünf Handlungsfelder umfasst. Darunter finden sich beispielsweise Ansätze, um das gegenseitige Verständnis unterschiedlicher Gemeinschaften zu fördern oder das Angebot interkultureller Aktivitäten für Jugendliche und Kinder zu verbessern.

Barcelona ist als Hafenstadt seit jeher weltoffen und kulturell vielfältig. Im Sinne eines Mainstreaming-Ansatzes integriert die Mittelmeermetropole Interkulturalität dabei in allen städtischen Politikfeldern – in einem partizipativen Prozess mit den Bürgern. Eines der Erfolgsprogramme Barcelonas ist dabei die Anti-Rumors-Strategie, die mit Sensibilisierungsmaßnahmen (öffentlichen Kampagnen, Veranstaltungen, Comics etc.) über Vielfalt aufklären und Vorurteile abbauen soll.

Als weitere Positivbeispiele für eine gelungene Strategie präsentiert die Good-Practice-Analyse die Städte Malmö, Toronto und Nashville. Daneben werden außerdem einzelne Projekte betrachtet, die zeigen, wie facettenreich und innovativ die Gestaltung von Vielfalt auf lokaler Ebene sein kann.

Bereits zum neunten Mal begleitet Prognos die Reinhard Mohn Preise durch internationale Recherchen.

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