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Region | Dienstag, 12.02.2019

Sozialbericht des Freistaats Sachsen

Die sächsische Bevölkerung wird bis 2030 weiter altern und schrumpfen. Die Demografie in den Kreisfreien Städten und Landkreisen entwickelt sich unterschiedlich, zeigt eine Prognos-Studie für das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz.

©iStock - eyewave

In Sachsen sind Rückgang und Alterung der Bevölkerung in den Kreisfreien Städten und Landkreisen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Während die Landkreise demografisch schrumpfen, wachsen die Städte.

Zu diesem Ergebnis kommt der „Sozialbericht des Freistaats Sachsen“, der unter der Federführung der Prognos im Auftrag des Sächsische Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz.erstellt wurde. Der Bericht legt differenzierte Befunde vor, die – ausgehend von der Demografie als einem zentralen Treiber – ökonomische und soziale Entwicklungen im Raumbezug darstellen.

Rückgang der sächsischen Bevölkerung

Die Autoren zeigen: Es entstehen demografische Risiken, da die Bevölkerungszahl Sachsens insgesamt geschrumpft ist. Dies ist eine langfristige Entwicklung, die bereits weit vor der Wiedervereinigung eingesetzt hat. Als eine gesellschaftliche Herausforderung stellt sich diese Entwicklung deshalb dar, weil sich mit dem Bevölkerungsrückgang das Arbeits- und Fachkräftepotenzial deutlich – wenn auch regional in sehr unterschiedlichem Ausmaß – verkleinert.

Bis 2030 wird der Bevölkerungsrückgang weiter fortschreiten. Die Anzahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 65 Jahren nimmt in der Bevölkerungsvorausberechnung am stärksten ab. Die Dynamik des Bevölkerungsrückgangs wird sich jedoch durch eine niedrigere Nettoabwanderung sowie eine höhere Fertilitätsrate verlangsamen.

Alterung der sächsischen Bevölkerung

Neben dem Bevölkerungsrückgang bringt die Alterung der sächsischen Bevölkerung demografische Herausforderungen mit sich. Im Vergleich aller Bundesländer ist die sächsische Bevölkerung am ältesten. Mit der Alterung einher gehen eine steigende alternsbedingte Krankheitslast und ein steigender Pflegebedarf. Auch die zunehmende Anzahl von Menschen mit Schwerbehinderungen ist in Abhängigkeit vom Altersdurchschnitt zu betrachten.

Ökonomische Entwicklung

Die sozioökonomische Situation der in Sachsen erwerbstätigen Personen hat sich im Zeitraum von 2005 bis 2015 insgesamt positiv entwickelt. Sozial-versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse haben zugenommen, die Arbeitslosigkeit ist zurückgegangen, die Tageslöhne sind gestiegen, die Armutsrisikoquote gemessen am Landesmedian sowie weitere Verteilungsmaße wie der Gini-Koeffizient oder die Palma-Ratio haben sich verbessert. Zudem ist die (teilweise) Abhängigkeit von Transferleistungen gesunken.

Kreisfreie Städte

Für die Städte Leipzig und Dresden lassen sich u. a. folgende, parallel zur positiven demografischen Entwicklung verlaufenden Befunde feststellen:

  • Der sachsenweit festzustellende Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung zwischen 20 und 64 Jahren findet hier nicht statt.
  • Im Gegenteil: Leipzig hat in der Vergangenheit leichte, Dresden sogar deutliche Zuwächse zu verzeichnen und auch die Prognosen bis zum Jahr 2030 zeigen ein Bevölkerungswachstum in dieser Altersgruppe.
  • Die am sächsischen Arbeitsmarkt insgesamt gestiegene Anzahl der Beschäftigten ist in beiden Städten besonders stark angestiegen.

Landkreise

Für die sächsischen Landkreise kommt die Studie demgegenüber zu dem Ergebnis:

  • Die Kreise sind deutlich stärker von Alterung und Bevölkerungsrückgang betroffen als die kreisfreien Städte Dresden und Leipzig.
  • Die ökonomische Entwicklung, gemessen an der Zahl der Beschäftigten, den Tageslöhnen oder dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist geringer.
  • Über alle Indikatoren hinweg sind jedoch keine gleichmäßigen Schwächenmuster, sondern unterschiedliche „Schattierungen“ festzustellen. So ist diese „Gruppe“ durch eine große Heterogenität der sozioökonomischen Befunde, der Chancen und Risiken, gekennzeichnet.

Politische Herausforderungen

Die Aufrechterhaltung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und gleicher Lebensbedingungen stellt angesichts dieser Unterschiede in der demografischen Entwicklung eine besonders anspruchsvolle politische und gesellschaftliche Aufgabe dar. Denn derartige demografische Veränderungen betreffen zentrale sozioökonomische Entwicklungsfaktoren, die die Zukunftsfähigkeit sozialer Systeme mittel- und langfristig ebenso beeinflussen wie die Innovations- und Wirtschaftskraft oder die Aufrechterhaltung einer leistungsfähigen Infrastruktur für Mobilität, Bildung, Gesundheit, Freizeit.

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