Zurück zur Projektübersicht

Black Swans (Risiken) in der Energiewende

Auftraggeber

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Jahr

2016

Als PDF anzeigen

Welche Risiken gefährden das Gelingen der Energiewende? Welche Strategien sorgen für die nötige Robustheit und Resilienz des Prozesses und des Systems? Erste Antworten auf diese Fragen gibt eine neue Studie für das Bundeswirtschaftsministerium, die Prognos gemeinsam mit zwei Partnern erstellt hat: EWI Energy Research and Scenarios GmbH und GWS – Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung GmbH. Die Aufgabe an das Expertenteam lautete: Annäherung an ein Risikomanagement für die Energiewende.

Untersuchung von Risikoclustern

Untersucht wurden nicht nur „bekannte“ Risiken, sondern vor allem Risiken der Kategorie „Schwarzer Schwan“ – also sehr unerwartete Risiken, deren Eintreten nicht in üblichen Denkschemata liegt und die enorme Auswirkungen haben können. Im Ergebnis haben die Autoren 15 „Risikocluster“ identifiziert, die besondere Auswirkungen auf die Stabilität der Rahmenbedingungen haben. Hiervon wurden sieben Cluster exemplarisch in ihren volkswirtschaftlichen Auswirkungen quantifiziert.

Ergebnisse und Handlungsempfehlungen

Im Ergebnis zeigt die Analyse, dass die Energiewende gegenüber möglicherweise auftretenden Schwarzen Schwäne weitgehend robust und resilient ist, d.h. die Energiewende setzt auch unter Stress und Belastungen ihren angestrebten Pfad fort bzw. schwenkt kurzfristig wieder auf diesen ein. Eine Ausnahme bildet die Änderung der Energiepreise – sowohl der Weltmarkt-Rohstoffpreise (Erdöl, Kohle, Gas) als auch der Verbraucherpreise. Sinken deren Preise, beeinflusst dies die Energiewende deutlich. Die Ursachen für Preisänderungen bei Energierohstoffen entziehen sich der direkten Intervention. Daher empfehlen die Autoren, ein Risikomanagement für die Energiewende hier anzusetzen und diesen Schwarzen Schwan in die strategischen Überlegungen und Zieldefinitionen einzubeziehen.

Für weitere mögliche Risiken wie Infrastrukturmangel, Digitalisierung, und fehlende Finanzmittel sehen die Experten ebenfalls Handlungsbedarf.

Die Sicherung der Energiewende gegenüber möglichen Risiken ist vor allem eine Aufgabe der strategischen Ausrichtung und der Zielsetzungen sowie der entsprechend vorausschauenden Planungen der Infrastruktur des Energiesystems. Hier müssen zum Beispiel Sicherheit, Flexibilität und Redundanz ähnlich wichtige Ziele werden wie ökonomische Effizienz. Die vorhandenen Strategien sollten vor dem Hintergrund der Kenntnisse über mögliche Risiken weiterentwickelt werden. Die hierzu erforderlichen Instrumente – zur Umsetzung bzw. Wirkungsminimierung bei Risikoeintritt – sind in der Regel schon vorhanden. Neue Instrumente sind nur bedingt notwendig.

Ebenfalls entscheidend ist eine dauerhafte aktive Kommunikation von hoher Qualität, um die Akzeptanz der notwendigen Veränderungen im Energiesystem sicherzustellen.

Studie lesen

Autorinnen & Autoren

Dr. Almut Kirchner (Prognos), Dr. Harald Hecking (EWIER&S), Dr. Christian Lutz (GWS)

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Almut Kirchner

Direktorin, Partnerin

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

Drei Varianten zum Ersatz russischer Erdgasmengen durch LNG und Wasserstoff

Meldung

Wir unterstützen die Fernleitungsnetzbetreiber bei einem ergänzten Szenariorahmen für die Gasnetzplanung.

Mobilität und zukunftsfähige Stadtentwicklung in Basel

| Event

Dr. Stephan Heinrich diskutiert, welche Mobilität die Zukunft bestimmt und was das für die Verkehrs- und Stadtplanung heute bedeutet.

Strompreisprognose

2022
| Projekt

Wie entwickelt sich der Preis für Strom in den nächsten Jahren? Eine Szenariorechnung der Großhandelsstrompreise für die vbw.

3. Österreichischer Energieeffizienzkongress

| Event

Friedrich Seefeldt hält einen Vortrag zum Thema „Energieversorgungskrise – das „Aus für Energieeffizienz“ oder „Jetzt erst recht“?“.

Kein Generationenkonflikt: Jung und Alt suchen vor allem Sicherheit.

2022
| Projekt

Studie vergleicht „Boomer“ und Generation Z: Hohes Sicherheitsbedürfnis bei Jung wie Alt.

Bayerische Investitionen in den Klimaschutz

2022
| Projekt

Wie viel muss Bayern in technische Klimaschutzmaßnahmen investieren, um die Klimaziele zu erreichen? Eine Untersuchung für die vbw.

Logistikkonzept München

laufend
| Projekt

Wie kann der Logistikverkehr in München schonender und nachhaltig gestaltet werden? Gemeinsam mit KE Consult und SSP Consult erarbeiten wir ein Logistikkonzept.

Mindesteffizienzstandards von Bestandsgebäuden

2022
| Projekt

Welche Ausgestaltungsvarianten der Mindeststandards für die Energieeffizienz von Bestandsgebäuden gibt es und wie sind diese rechtlich realisierbar? Eine Untersuchung für BfEE und BMWK.

Preistransparenz in der Energiekrise

2022
| Meldung

Warum es gerade jetzt darauf ankommt, jede Kilowattstunde zu sparen und was dafür getan werden muss. Ein Gastartikel von Energieexperte Jens Hobohm und Chefvolkswirt Dr. Michael Böhmer.

Status der Gasversorgung

2022
| Meldung

Wie steht es um die Gasversorgung in Deutschland? Wie groß ist die Nachfrage? Wie gut sind die Gasspeicher gefüllt? Wie groß wäre der Schaden für die deutsche Wirtschaft bei einem Lieferstopp?

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren