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Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und China

Auftraggeber

vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Jahr

2020


Im Auftrag der vbw hat Prognos die Entwicklung der wirtschaftlichen Austauschbeziehungen der EU mit China untersucht: Sowohl im Handel als auch bei den Direktinvestitionen haben diese sich über viele Jahre intensiviert.

Chinesische Investoren in den EU-Ländern sind vor allem an Beteiligungen oder Übernahmen von Unternehmen aus Industriebranchen interessiert, in denen Europa technologisch führend ist – so ein Ergebnis unserer Untersuchung der Austauschbeziehungen zwischen China und der EU für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Dazu gehören insbesondere die Bereiche Maschinenbau, Automobilindustrie sowie DV-Geräte, Elektronik und Optik. Ein großer Teil der ausländischen Direktinvestitionen in den Ländern der EU entfällt damit auf Industrien, die im Rahmen der „Made in China 2025“-Strategie (MIC 2025) für China von großem strategischem Interesse sind.

Chancen und Risiken

Auf dem Weltmarkt nimmt China eine zunehmend wichtige Rolle als Investor ein. Als hochentwickelte Volkswirtschaften, die über zukunftsträchtige Schlüsseltechnologien verfügen, stehen die Länder der EU im Fokus der „Going-Global“-Strategie, mit der die chinesische Regierung Direktinvestitionen chinesischer Unternehmen fördert. Für hiesige Unternehmen sowie die Länder der EU bietet eine vertiefte außenwirtschaftliche Verflechtung mit China große Chancen. Gleichwohl stellen Chinas MIC 2025-Strategie und die „Neue Seidenstraße“ auch ein erhebliches Risiko dar: Die MIC 2025-Strategie hat zum Ziel in „Schlüsselindustrien“ technologisch führend zu sein, mit der „Neuen Seidenstraße“ weitet China seinen geopolitischen Einfluss aus und will sich die Absatzmärkte von Morgen sichern.

Politische Rahmenbedingungen

Neben der Entwicklung der wirtschaftlichen Austauschbeziehungen der EU mit China untersuchten die Autorinnen und Autoren der Studie auch die politischen Rahmenbedingungen für Investitionen in beiden Ländern. Dabei wird klar: China öffnet sich zunehmend für ausländische Direktinvestitionen, bleibt aber ein stark regulierter und von Staatsunternehmen dominierter Markt. Das von der EU und China offiziell proklamierte Ziel eines „level playing fields“, also möglichst ähnlichen Zugangsbedingungen zum Markt des jeweiligen Partners, ist trotz verschiedener Ankündigungen und Neuerungen bis heute keine Realität. Umso wichtiger ist vor diesem Hintergrund die europäische Ebene: „Nur mit vereinter Stimme hat Europa das erforderliche Gewicht und die Größe, um auf Augenhöhe mit China verhandeln zu können.“, so Studienautor Johann Weiß.

Autorinnen & Autoren: Johann Weiß, Manuel Klement, Philipp Kreuzer, Sina Scheffer, Jan Trenczek

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