Zurück zur Projektübersicht

Beschäftigungseffekte der BDI-Klimapfade

Auftraggeber

Stiftung Arbeit und Umwelt der Gewerkschaft IG BCE

Jahr

2019

Eine ambitionierte Klimapolitik hat Auswirkungen auf die Beschäftigung. Welche Branchen werden wie betroffen sein? Wo entstehen Beschäftigungszuwächse, wo ist mit Rückgängen zu rechnen? Dies hat Prognos im Rahmen einer neuen Analyse für sieben ausgewählte Branchen dargestellt, die besonders mit Veränderungen durch Klimaschutzmaßnahmen zu rechnen haben. Die Arbeit baut auf der Studie „Klimapfade für Deutschland“ aus dem Jahr 2018 auf.

Das Ergebnis: Unter dem Strich sind in allen drei ambitionierten Klimaszenarien die gesamt-wirtschaftlichen Beschäftigungseffekte neutral bis positiv. Es ergeben sich aber Verschiebungen zwischen den Branchen: Einige der untersuchten Branchen erleiden Beschäftigungsverluste, andere Branchen hingegen profitieren von einer ambitionierten Klimapolitik. Zusätzliche Beschäftigung entsteht vor allem im Baugewerbe und in den Dienstleistungssektoren.

Die in der Studie dargestellten Beschäftigungsentwicklungen sind vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in Deutschland zu interpretieren: Die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter wird bis zum Jahre 2050 um gut acht Millionen Personen sinken. Es scheiden in Zukunft deutlich mehr ältere Personen aus dem Erwerbsleben aus als neue nachrücken. In der Konsequenz ist bereits in dem hier dargestellten Referenzszenario in fast allen Branchen und Wirtschaftsbereichen die Zahl der Erwerbstätigen rückläufig (-6,4 Mio. Personen). Höhere Erwerbsbeteiligungen und eine vergleichsweise geringe Erwerbslosenquote gehen mit dieser Entwicklung einher.

Wenig überraschend wirkt sich verstärkter Klimaschutz negativ vor allem auf die Beschäftigung in denjenigen Branchen aus, die konventionelle Energieträger fördern oder verarbeiten, sowie besonders energieintensive Branchen – hierzu gehören der Kohlebergbau, die Kokerei- und Mineralölverarbeitung, sowie z.B. die Herstellung von Papier und Pappe oder Gummi- und Kunststoffwaren. In der energieintensiven Chemie- sowie Baustoffindustrie sind die Beschäftigungswirkungen durch Klimaschutzmaßnahmen durchweg leicht positiv, da spezielle Produkte stärker nachgefragt werden. In den Wirtschaftszweigen, die direkt mit Stromproduktion und -versorgung sowie Wärme- und Kälteversorgung zu tun haben, sind die Effekte durchweg positiv, da hier im Rahmen von Klimaschutz und Energiewende kräftig investiert wird.

Hintergrund

Die Prognos AG hatte im Jahr 2018 im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und in Zusammenarbeit mit Boston Consulting Group (BCG) klimapolitische Szenarien für die Bundesrepublik Deutschland (Studie „Klimapfade für Deutschland“) erstellt. Die branchenspezifischen Effekte der klimapolitischen Maßnahmen vor allem hinsichtlich ihrer Beschäftigungswirkung wurden in der BDI-Studie nur grob dargestellt. In der vorliegenden Studie werden nun die Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte dieser Szenarien (Referenzszenario und drei Klimaszenarien) für sieben ausgewählte energiewirtschaftliche sowie energieintensive Branchen vertieft untersucht.

Direkt zur Studie (PDF, arbeit-und-umwelt.de)

Autorinnen und Autoren:

Dr. Almut Kirchner, Jan Limbers, Johann Weiß

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Almut Kirchner

Direktorin, Partnerin

Profil ansehen

Jan Limbers

Senior-Experte

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

Wasserkraftwerk in der Schweiz
iStock-Cerise HUA

Exkurse: Energieperspektiven Schweiz 2050+

Wie kann die Schweiz das Netto-Null-Emissionsziel bis 2050 erreichen? Gemeinsam mit Partnern erstellte Prognos eine Reihe von Analysen für das Schweizer Energiesystem bis 2050 und darüber hinaus.

Haus mit Solarzellen

Die Energiewende im Wärmebereich

laufend

Das BMWi Projekt „Wärmewende 2030–2050“ begleiten wir wissenschaftlich mit weiteren Partnern.

Smartwatch kontaktloses Bezahlen. Mit intelligenter Uhr an der U-Bahn-Station zu bezahlen.

Stadtleben der Zukunft

laufend

Prognos ist Teil des Konsortiums des BMI-Programms Modellprojekte Smart Cities (MPSC).

Das Bild zeigt einen Stromzähler
AdobeStock - Khemmanat

Stromverbrauch: Ad-hoc-Abschätzung für das BMWi

Eine erste ad-hoc-Abschätzung zeigt, wie sich der Stromverbrauch bis zum Jahr 2030 entwickeln könnte – unter der Prämisse des verschärften THG-Reduktionsziels.

Versuche mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle in einem Labor

Technologie- & Innovationszentrum für Wasserstoff

2021

Das BMVI will ein Innovations- und Technologiezentrum für Wasserstoff fördern. Prognos und seine Partner bewerten die Konzepte vier deutscher Regionen und untersuchen die Machbarkeit.

ndustrieller Lagertanks in der Raffinerie
iStock.com – ewg3D

Szenariorahmen zum Netzentwicklungsplan Gas 2022–2032

Der Szenariorahmen 2022 bildet die Grundlage für den Netzentwicklungsplan Gas 2022–2032. Marktpartner melden stark steigenden Bedarf an Wasserstoff und Grünen Gasen.

Kraftwerk

Technische CO2-Senken

2021

Um Klimaneutralität zu erreichen, muss der Atmosphäre CO2 entnommen werden. Für die dena erstellte Prognos ein Gutachten zu technischen CO2-Senken.

Blick übers Feld. Im Hintergrund zu sehen Windräder und eine Fabrik mit Abgasen

Energiestrategie Brandenburg 2040

2021

Prognos evaluierte die Energiestrategie 2030 des Landes Brandenburg. Auf dieser Basis wurde ein Leitszenario für die Energieversorgung Brandenburgs bis zum Jahr 2040 erstellt.

Brücke die über einen Fluss führt

Roadmap Energieeffizienz 2050

2021

Klimaneutralität lässt sich nur mit einer höheren Energieeffizienz erreichen. Das Dialogforum „Roadmap Energieeffizienz 2050“ der Bundesregierung erarbeitet konkrete Maßnahmen.

Wasserstofftanks sind im Vordergrund zu sehen. Im Hintergrund stehen drei Windräter und PV-Anlagen
AdobeStock - AA+W

Aus Expertensicht: Fragen & Antworten zum Thema Wasserstoff

Unsere Experten Ravi Srikandam und Sven Kreidelmeyer beantworten Fragen zum Megatrend Wasserstoff und dem Energieträger der Zukunft.

Adobe Stock - CleverStock

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren