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Status und Perspektiven der europäischen Gasbilanz

Auftraggeber

Nord Stream 2 AG, Zug

Jahr

2017

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Der Erdgasverbrauch in der Europäischen Union und der Schweiz dürfte in den nächsten Jahren etwa gleich bleiben. Dieses Ergebnis einer EU-Studie war Grundlage der Prognos-Analysen. Aber die Gasreserven in der EU gehen zur Neige. Bis 2025 wird die Gasförderung der EU um ca. 41 Mrd. m³ zurückgehen. Die EU ist somit immer mehr auf Importe angewiesen. Hinzu kommt, dass die Ukraine kein Gas mehr aus Russland bezieht, sondern aus dem Westen. Zusammengenommen steigen die Gasimporte von EU, Schweiz und Ukraine bis 2025 somit um 48 Mrd. m³.

Beim Blick auf heute für Europa wichtige Erdgas-Lieferländer wie Norwegen und Algerien stellt sich aber heraus, dass diese in Zukunft weniger Gas bereitstellen können. Woher also kommt in Zukunft das Erdgas? Hierfür kommen vor allem zwei Möglichkeiten in Frage. Einerseits stehen die weltweiten Märkte für verflüssigtes Erdgas, sogenanntes LNG (für Liquefied Natural Gas) vor einer Wachstumsphase, von der die EU profitieren kann. Europa hat ausreichend Importterminals für LNG, welches mit Schiffen – z.B. aus Nigeria oder künftig den USA - nach Europa transportiert wird. Andererseits hat Russland nicht nur die größten Gasreserven weltweit, sondern auch eine vor allem auf Europa ausgerichtete Netzinfrastruktur.

„Wegen des Rückgangs in Norwegen und Algerien erwarten wir, dass die Gasimporte vom LNG-Weltmarkt und aus Russland bis 2025 zusammen um 76 Mrd. m³ zunehmen. Ein Teil dieser neuen Gasimporte könnte durch die geplante Nord Stream 2-Pipeline fließen“, sagt Jens Hobohm, Leiter Energiewirtschaft bei Prognos.

Die erwartete Entwicklung könnte natürlich auch anders verlaufen, etwa wenn die europäischen Verbraucher mehr Energie sparen oder statt Gas erneuerbare Energien oder andere Energieträger einsetzen. Aus diesem Grund untersuchte Prognos Chancen und Risiken abweichender Verläufe („Sensitivitätsanalyse“).

Es zeigte sich, dass bis 2025 die Risiken dominieren, insbesondere die Frage der Weiterführung des Transit-Arrangements zwischen der Ukraine und Russland, das am 31.12.2019 ausläuft. Auf der Grundlage dieses Transitvertrags zwischen beiden Parteien waren im Jahr 2015 noch 48 Mrd. m³ in die EU transportiert worden.

Chancen für die europäische Gasbilanz entstehen eher in der Zeit ab 2025. Dann könnte der Gasverbrauch durch die Energie- und Klimapolitik der EU zurückgehen. Voraussetzung hierfür ist aber die Umsetzung von effektiven politischen Maßnahmen, die heute noch nicht beschlossen sind.

Für Anfragen wenden Sie sich an Nord Stream 2, Herrn Steffen Ebert

Ergänzende Dokumentation

Der südliche Gaskorridor ist für die europäische Gasversorgung eine strategische Option. Allerdings sind nicht alle Infrastrukturprojekte in dieser Region vielversprechend, wie eine aktuelle Untersuchung der Prognos AG zeigt. Diese Dokumentation ergänzt die Studie „Status und Perspektiven der europäischen Gasbilanz“.

Zur Studie (PDF)

Zur Zusammenfassung (PDF)

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Zum Handelsblatt-Artikel

Autorinnen und Autoren:

Jens Hobohm, Hanno Falkenberg, Sylvie Koziel, Stefan Mellahn

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Jens Hobohm

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