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Gesundheitsförderung und Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen

Evaluation von präventiven Leistungen der Pflegekassen

Auftraggeber

GKV-Spitzenverband

Jahr

2021

Die Rahmenbedingungen zur Stärkung der Gesundheit von Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen liefert das Präventionsgesetz nach § 5 SGB XI. Die Kriterien für die Leistungen der Pflegekassen sind in dem 2016 entwickelten und 2018 aktualisierten Leitfaden „Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen nach § 5 SGB XI“ festgelegt. Daran orientieren sich die Pflegekassen bei der Entwicklung und Umsetzung von entsprechenden Angeboten. Prognos und die FH Münster evaluieren im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben durch die Pflegekassen. Die Ergebnisse der Evaluation sollen der Weiterentwicklung des Leitfadens dienen.

Studien belegen: Auch Pflegebedürftige profitieren von Angeboten zur Gesundheitsförderung und Prävention

Zahlreiche internationale und nationale Studien belegen, dass Menschen trotz chronischer körperlicher und geistiger Funktionseinbußen von der regelmäßigen Teilnahme an präventiven und gesundheitsförderlichen (Gruppen-)Angeboten profitieren. Dies gilt auch für Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen. Die Teilnahme an Programmen zum Erhalt und zur Förderung ihrer gesundheitlichen Fähigkeiten kann positive Effekte auf ihre körperliche, soziale und psychische Situation erzielen.

Aufgrund der vorliegenden Studien sind auch in Deutschland entsprechende Angebote für diese Zielgruppe entstanden. Vor allem die Maßnahmen in stationären Pflegeeinrichtungen erfuhren dadurch eine höhere Aufmerksamkeit. Der Leitfaden „Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen nach § 5 SGB XI“ gibt hierbei den Pflegekassen den Handlungsrahmen in fünf Handlungsfeldern vor: Ernährung, körperliche Aktivität, Stärkung kognitiver Ressourcen, psychosoziale Gesundheit und Prävention von Gewalt.

Vorgehen bei der Evaluation

Prognos und die FH Münster evaluieren die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben im Rahmen von fünf Modulen:

  • Modul 0: Zu Beginn der Evaluation erfolgt die Feinabstimmung des Evaluationskonzeptes sowie die Instrumentenentwicklungen, -testungen und -abstimmungen.
  • Modul 1: Mit Blick auf die fünf Handlungsfelder werden mithilfe einer systematischen Literaturanalyse aktuelle Erkenntnisse eruiert. Identifizierte Lücken werden durch Interviews mit einschlägigen Expertinnen und Experten geschlossen.
  • Modul 2: Im Rahmen einer standardisierten Online-Befragung der Pflegekassen und deren Verbände erfolgt eine Bestandsaufnahme der Maßnahmen und Aktivitäten der Pflegekassen. Im Anschluss an die standardisierte Befragung finden vertiefende Interviews mit Verbandsvertreterinnen und -vertretern statt.  
  • Modul 3: Die Rahmenbedingungen für die Umsetzung gesundheitsfördernder und präventiver Leistungen werden analysiert. Dies soll Hinweise für einen Leistungsausbau liefern, der die Bedingungen zur Erreichung der Präventionsziele verbessert. Die erforderlichen Informationen werden im Rahmen der standardisierten Online-Befragung der Pflegekassen und deren Verbänden sowie über eine gesonderte Online-Befragung ausgewählter stationärer Pflegeeinrichtungen erhoben. Um die Befragungsergebnisse zu konkretisieren, werden im Anschluss vertiefende Interviews in ausgewählten Fallkonstellationen durchgeführt.
  • Modul 4: Die Ergebnisse der Module eins bis drei werden zusammenfassend und strukturiert aufbereitet. Empirisch belegte Hinweise für die Weiterentwicklung des Leitfadens werden abgeleitet. Auf Basis der Ergebnisse von Workshops mit den relevanten Akteursgruppen werden Anforderungen und Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Leitfadens erarbeitet.


Projektteam: Jakob Maetzel, Sabrina Schmutz, Janko Vollmer, Gwendolyn Huschik, Gesa Kröger, Carsten Maday; Projektteam der FH Münster: Dr. Eva Jansen, Prof. Dr. Annett Horn

 

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Sabrina Schmutz

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Jakob Maetzel

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