Zurück zur Projektübersicht

Evaluierung Kraft-Wärme-Kopplung

Auftraggeber

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Jahr

2019


Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist eine wichtige Technologie zur Steigerung der Primärenergieeffizienz, zur Reduktion von CO2-Emissionen und für den Ressourcenschutz. Ziel der Bundesregierung ist es, Strom aus KWK-Anlagen in Höhe von 110 TWh im Jahr 2020 und 120 TWh im Jahr 2025 zu gewinnen.

Status Quo und Perspektive bis 2025

Die gekoppelte Strom- und Wärmeerzeugung hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Von 2012 bis 2017 konnte die KWK-Nettostromerzeugung von 103 TWh auf 117 TWh deutlich erhöht werden (+ 14 %). Die gekoppelt erzeugte Wärme stieg im gleichen Zeitraum von 209 TWh um 7 % auf 226 TWh. Dies führte im Jahr 2016 zu einer CO2-Einsparung von 17 bis 54 Millionen Tonnen. Diese Zahlen sind abhängig von den Annahmen der Referenzwerte für die ungekoppelte Strom- und Wärmeerzeugung. Die Förderung durch das Gesetz für die Erhaltung, Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG) betrug im gleichen Jahr 1,016 Milliarden Euro. Die Studie geht davon aus, dass das KWK-Stromerzeugungsziel von 110 TWh im Jahr 2020 erreicht und vermutlich sogar übererfüllt werden wird. Auch das Ziel von 120 TWh im Jahr 2025 wird voraussichtlich erfüllt werden, wenn die Rahmenbedingungen für die KWK positiv bleiben.

Zukunft der KWK im Energiesystem

Zur Erreichung der Klimaschutzziele ist es zwingend erforderlich, ungekoppelte Kohlekraftwerke sowie Kohle-KWK-Anlagen z. B. durch den Neubau gasbetriebener KWK-Anlagen zu ersetzen. Fast alle Studien zur Entwicklung der Energieerzeugung in Deutschland gehen davon aus, dass der Anteil der erneuerbaren Energien am Strom- und Wärmemarkt deutlich steigen wird. Verschiedene Studien prognostizieren dennoch bis 2030 einen möglichen Anstieg der Nutzung fossiler KWK. Mittel- bis langfristig muss der Brennstoffeinsatz von KWK-Systemen aber vollständig dekarbonisiert werden. Die Ausschreibung von innovativen KWK-Systemen in Verbindung mit regenerativen Energiequellen ist ein wichtiger Baustein im KWKG, um möglichst frühzeitig Anreize zu schaffen und Erfahrungen zu sammeln.

Im Rahmen einer Dekarbonisierungsstrategie werden KWK-Anlagen zunehmend im Verbund mit weiteren Wärmeerzeugern wie erneuerbaren Energien, Abwärme und größeren Wärmespeichern die Wärmeversorgung sicherstellen. Nach 2030 wird der Bedarf an Strom und Wärme aus KWK wahrscheinlich sinken – wie sehr, das ist abhängig von zahlreichen Faktoren, z. B. von der Weiterentwicklung der Energiewende im Wärmesektor (energetische Renovierungen) und dem Ausbau der Stromnetze.

Empfehlungen zur Weiterentwicklung des KWKG

Das KWKG sollte novelliert werden. Die Förderung von KWK-Anlagen sollte verstärkt Anreize für einen möglichst flexiblen und klimafreundlichen Betrieb der Anlagen setzen. Für 2030 sollte zum einen bei der KWK-Stromerzeugung ein Anteil von 40 bis 45 % an der regelbaren Stromerzeugung angestrebt werden. Zum anderen sollte der Anteil der erneuerbaren Wärme an der Fernwärmeerzeugung auf 30 % erhöht werden. Auch im regulatorischen Umfeld der KWK besteht Anpassungsbedarf, vor allem hinsichtlich einer angemessenen CO2-Bepreisung sowie Regelungen hinsichtlich der Energieeffizienz von Gebäuden.

Zum Bericht (Website BMWi)

 

Autorinnen und Autoren: Hanno Falkenberg, Eva-Maria Klotz, Marcus Koepp, Nils Thamling, Marco Wünsch, Inka Ziegenhagen unter der Mitarbeit von Fraunhofer IFAM, Öko-Institut e.V, BHKW-Consult, Stiftung Umweltenergierecht

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Marco Wünsch

Prinzipal

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

Policy Paper MEPS: Mindesteffizienzstandards von Bestandsgebäuden

2023
| Projekt

Die energetische Gebäudesanierung ist ein wichtiger Teil um die Klimaschutzziele im Gebäudesektor zu erreichen. Welche Rolle dabei MEPS spielen kompakt zusammengefasst.

Warmmiete für die Wärmewende

2022
| Projekt

Wenn in Mietverträgen nur noch die Warmmiete vereinbart wird, erhöht das den Anreiz für energetische Sanierungen. Aber ist ein solches Modell auch machbar?

18. AGFW-Infotag: Ausbau und Transformation der Fernwärme

| Event

Energieexperte Marco Wünsch spricht zur langfristigen Rolle der Kraft-Wärme-Kopplung für die Fernwärme.

Ergebnispräsentation: Marktanalyse Energiedienstleistungen 2022

| Event

Wie in den Vorjahren hat Prognos mit ifeu und Kantar den Markt für Energiedienstleistungen untersucht. Das Gutachterteam stellt die Ergebnisse für 2022 in Berlin und online vor.

Regulierung des Drittnetzzugangs zu Wärmenetzen

2022
| Projekt

Die EU-Kommission will den Drittnetzzugang zu Wärmenetzen verbindlich machen. Für das BMWK bewerten wir die Konsequenzen für Deutschland und den möglichen Beitrag zur Dekarbonisierung.

Evaluierung und Weiterentwicklung des nationalen Emissionshandels (nEHS)

2022
| Projekt

Im Auftrag des Umweltbundeamtes entwickeln wir gemeinsam mit dem FÖS und dem DIW geeignete Ansätze zur Wirkungsabschätzung des nEHS.

Status quo der Wärmeplanung in Deutschland

2022
| Projekt

Wie sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Wärmeplanung in Deutschland verankert? Eine Bestandaufnahme.

Die Welt verhandelt über das Klima

2022
| Meldung

Am Sonntag startet die 27. UN-Weltklimakonferenz. Verschiedene Medien greifen Prognos-Studien und -Expertise auf.

WGM Metallhandelstag

| Event

Hans Dambeck präsentiert die Studie „Klimaneutrales Deutschland 2045“.

Elf Maßnahmen, um die Klimaziele für 2030 zu erreichen

2022
| Projekt

Deutschland droht seine Klimaziele für 2030 zu verfehlen. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft schlägt elf Maßnahmen vor. Wir haben deren Klimaschutzwirkung im Verkehrs- und Gebäudebereich bewertet.

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren