Zurück zur Projektübersicht

Grundlage für die Fortschreibung der Energiestrategie 2030 des Landes Brandenburg

Gutachten zur Energiestrategie Brandenburg

Auftraggeber

Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg

Jahr

2017

Als PDF anzeigen

Brandenburg will seine „Energiestrategie 2030“ weiterentwickeln. Welche Möglichkeiten sich für das Flächenland bieten, hat Prognos für das Brandenburger Wirtschaftsministerium untersucht.

Brandenburg hat Fortschritte beim Erreichen der Ziele seiner Energiestrategie gemacht. So steigerte das Bundesland den Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch von 15,6 Prozent im Jahr 2010 auf 19 Prozent im Jahr 2014. Die CO2-Emissionen wurden gegenüber 1990 um 36 Prozent reduziert. Eine signifikante Energieeinsparung ist Brandenburg bisher aber nicht gelungen.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten der Prognos AG für das Brandenburger Wirtschaftsministerium. Das Ministerium hatte Prognos im August 2016 damit beauftragt, die Brandenburger „Energiestrategie 2030“ zu evaluieren und Grundlagen für die Fortschreibung zu erarbeiten.

Das Gutachten beschreibt drei mögliche Zukunftsentwicklungen. Im ersten Szenario wurde unterstellt, dass bundesweit keine weiteren Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele ergriffen werden. Es wurden nur die aktuell gültigen Gesetze berücksichtigt. Das zweite Szenario folgt den Klimazielen der Bundesregierung, insbesondere dem Klimaschutzplan 2050. Das dritte Szenario orientiert sich am Pariser Abkommen zum Klimaschutz.

Endenergieverbrauch wird in allen Szenarien zurückgehen

Die Untersuchung kommt zu folgenden Ergebnissen:

Das CO2-Ziel der brandenburgischen Energiestrategie aus dem Jahr 2012 für das Jahr 2030 ist es, 72 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid-Emissionen als 1990 auszustoßen. Dieses Ziel kann im zweiten Szenario (-73 Prozent) und im dritten Szenario (-78 Prozent) erreicht werden. Im ersten Szenario wird das Ziel verfehlt, die Einsparung liegt bei rund 55 Prozent.

Der Endenergieverbrauch wird in allen Szenarien zurückgehen. Das kann allerdings nur erreicht werden, wenn die Energieeffizienz deutlich gesteigert wird – etwa indem mehr Gebäude saniert werden. Das stellt besonders in ländlichen Regionen Brandenburgs eine Herausforderung dar.

Prognos-Experten: Rechtzeitig für Anschlusslösungen sorgen

Weiterhin heißt es in dem Gutachten, dass Brandenburg über genügend Flächen für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien verfügt. Die installierte Leistung an Wind (onshore) und Photovoltaik könnte bis 2030 in allen Szenarien das Ziel von 14 Gigawatt überschreiten. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien kann im zweiten und dritten Szenario die Zielmarke von 28 Milliarden Kilowattstunden überschreiten. Bis zum Jahr 2030 würden zwei Prozent der Landesfläche für den Windenergieausbau in allen Szenarien reichen. Erst für einen weiteren Ausbau nach 2030 würden zusätzliche Flächen benötigt.

Die Stromerzeugung aus Braunkohle verläuft in den drei Szenarien sehr unterschiedlich. Wegen der hohen CO2-Emissionen wird die Nutzung der Braunkohle Gegenstand politischer Festlegungen sein müssen.

Die Nutzung der Braunkohle wie der erneuerbaren Energien ist gegenwärtig und in Zukunft ein wichtiger Beschäftigungsfaktor. Ein Auslaufen der Braunkohleverstromung würde die Kreise in der Lausitz besonders betreffen. Deshalb empfehlen die Prognos-Experten, rechtzeitig für Anschlusslösungen zu sorgen, damit der Strukturwandel aufgefangen werden kann.

Weitere Prognos-Publikation zum Thema erschienen

Tagebauflächen könnten nach der Sanierung zu Standorten für Windparks und Solarfelder werden. Der demografische Wandel und die damit verbundene Tatsache, dass in den nächsten Jahrzehnten überdurchschnittlich viele Arbeitnehmer in Rente gehen, dürfte aber langfristig zu einem Fachkräftemangel führen.

Neben dem oben beschriebenen Gutachten begleitete Prognos das Land Brandenburg bei der Evaluation des strategischen Maßnahmenkatalogs für die Energiestrategie und der Erarbeitung neuer Maßnahmen. Die Dokumentation dieser Arbeiten wurde zeitgleich mit dem Gutachten zur Energiestrategie veröffentlicht.

Zur "Evaluation und Weiterentwicklung des Leitszenarios sowie Abschätzung der Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte" (PDF)

Autorinnen und Autoren:

Jens Hobohm, Hans Dambeck, Hanno Falkenberg, Eva-Maria Klotz, Florian Knetsch, Robert Köster, Stefan Mellahn, Paul Wendring, Inka Ziegenhagen

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Jens Hobohm

Partner, Direktor Energie

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

Werfen Sie einen Blick in unsere neuesten Projekte und Aktivitäten.

Grünes Feld im Vordergrund. Auf der linken Seite ist ein Windrad zu sehen, rechts Biogasnalgen

Die Potenziale integrierter Bioenergiekonzepte

2021

Industriewärme, Flug- und Schwerlastverkehr sowie Negativemissionstechnologien sind zukunftsträchtige Einsatzbereiche für Bioenergie. Das zeigt der Schlussbericht des SmarKt-Projekts von Prognos und dem Deutschen Biomasseforschungszentrum.

Offshore-Windpark auf hoher See

Offshore-Windenergie bei Prognos

2021

Offshore-Windenergie spielt eine bedeutende Rolle im Arbeitsalltag des Prognos-Energieteams. Lesen Sie, welche Projekte Prognos bearbeitet und ein kurzes Interview.

zwei Ingenieure arbeiten bei Sonnenuntergang vor einem Elektrizitätswerk

Stromnetzausbau geht voran

2020

Prognos setzt seit über 15 Jahren darauf, Akteure rund um den Ausbau des Stromnetzes miteinander in den Dialog zu bringen – von der dänischen bis zur Schweizer Grenze.

Ferngesteuerte Unterwasserfahrzeug (ROV)

Markpotenzial eines Offshore-Testzentrums für Meerestechnik

2021

Für das Deutsche Maritime Zentrum haben wir Chancen und Herausforderungen für ein deutsches Testzentrum zur Erprobung innovativer Technologien der Meerestechnik auf hoher See analysiert.

Offshore-Windpark auf hoher See

Unterstützung zur Aufstellung und Fortschreibung des FEP

2020

Der Ausbau von Windenergieanlagen auf See und von Offshore-Anbindungsleitungen muss aufeinander abgestimmt werden. Unter welchen Voraussetzungen dies möglichst effizient gestaltet werden kann, untersuchte Prognos mit weiteren Partnern.

zwei Ingenieure begutachten die Solarpanele auf einem Dach

Analyse weltweiter Energiemärkte 2020

2020

Wie entwickeln sich die weltweiten Absatzmärkte für erneuerbare Energien, Energieeffizienz sowie energiebezogene Infrastruktur und Netze? Unsere Analyse für das BMWi.

ein Zug fährt auf einer Strecke zwischen grünem Feld und Windkraftwerk

Klimaneutrales Deutschland

2020

Wie kann Deutschland bis 2050 klimaneutral werden? Unsere Studie „Klimaneutrales Deutschland“ zeigt konkrete Maßnahmen.

Eine Wasserstoffsäule

Kosten und Transformationspfade für strombasierte Energieträger

2020

Um die Klimaschutzziele bis 2050 zu erreichen, ist langfristig der Einsatz strombasierter Energieträger notwendig. Im Auftrag des BMWi ermittelten wir die Kosten und Transformationspfade unterschiedlicher strombasierter Energieträger.

Großer 1000 Tonnen Kran demontiert an einem sonnigen Tag mit Industriekletterern ein Windrad.

EU’s Global Leadership in Renewables

2020

Prognos untersucht gemeinsam mit COWI, CEPS und Capgemini invent die Position und Wettbewerbsfähigkeit Europas in globalen Wertschöpfungsketten im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Ein E-Auto lädt an eine Ladestation.

Prognos-Lade-Report 2020

2020

Einen Überblick zum Status quo der Ladeinfrastruktur bietet der Prognos-Lade-Report 2020 im Auftrag der EnBW.

Adobe Stock - CleverStock

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren