Zurück zur Projektübersicht

Stand der klinischen Krebsregistrierung zum 31.12.2019

Auftraggeber

Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband)

Jahr

2020

Klinische Krebsregister: Förderung durch die gesetzlichen Krankenkassen

Durch den bundesweit flächendeckenden Ausbau klinischer Krebsregister soll eine systematische und einheitliche Datenerfassung sichergestellt werden, um die onkologische Qualitätsberichterstattung zu stärken. Mit dem Krebsfrüherkennungs- und Krebsregistergesetz (KFRG) aus dem Jahr 2013 wurden alle Bundesländer verpflichtet, klinische Krebsregister aufzubauen (vgl. §65c SGB V).

Die gesetzlichen Krankenkassen fördern den Betrieb der klinischen Krebsregister seit 2014, indem sie für jede registrierte Neuerkrankung eine Pauschale an das betreffende klinische Krebsregister zahlen und die Meldevergütung für die Leistungserbringer erstatten. Diese Finanzierung durch die Krankenkassen ist an die Erfüllung von 43 Förderkriterien geknüpft, die seitens des GKV-Spitzenverbands unter Beteiligung der Leistungserbringer, der Fachgesellschaften, der Patientenvertreter, des Gemeinsamen Bundesausschusses und der Bundesländer definiert wurden.

Ende 2020 läuft die vom Gesetzgeber vorgegebene Nachbesserungsfrist für den Aufbau der klinischen Krebsregister ab. Nach Ablauf dieser Frist dürfen die Krankenkassen nur klinische Krebsregister fördern, die vollumfänglich arbeitsfähig sind und alle 43 Förderkriterien erfüllen. Das Gutachten, das Prognos für den GKV-Spitzenverband erstellt hat, beschreibt den aktuellen Umsetzungsstand der Förderkriterien zum 31. Dezember 2019 in den 18 klinischen Krebsregistern in Deutschland. Zum 31. Dezember 2019 haben vier klinische Krebsregister (Baden-Württemberg, Bremen, Rheinland-Pfalz und Saarland) alle 43 Förderkriterien erfüllt.

Die klinischen Krebsregister Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und die vier regionalen Krebsregister in Sachsen haben die Förderkriterien bis zum Stichtag weitestgehend erfüllt, während die Krebsregister Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg-Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen noch etwas zurückliegen.

Regionaler Nachholbedarf, insbesondere in der Datennutzung und -qualität

Die Erfüllung der Förderkriterien zeigt, dass der Aufbau der eigenen Strukturen bei den Krebsregistern weitestgehend durchgeführt ist und die Voraussetzungen für den Betrieb eines klinischen Krebsregisters nahezu vollständig geschaffen wurden. Noch weit von der vollständigen Erfüllung durch alle Krebsregister entfernt sind insbesondere Kriterien zur Vollzähligkeit und Vollständigkeit der Datensätze sowie zur Datennutzung und -qualität. Die mit Abstand häufigste Ursache für die Nichterfüllung von Kriterien zur Datenqualität lässt sich auf fehlende Datenlieferungen des gemeinsamen epidemiologischen Krebsregisters der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen zurückführen.

Knapp die Hälfte der klinischen Krebsregister zum Ende der Nachbesserungsfrist voll arbeitsfähig

Die Prognose zeigt, dass für acht Krebsregister eine vollständige Erfüllung der Förderkriterien bis Ende 2020 zu erwarten ist. Für die weiteren klinischen Krebsregister werden zu diesem Stichtag Erfüllungsgrade zwischen 37 und 42 der 43 Förderkriterien erwartet. Insbesondere die Förderkriterien, die durch die fehlenden Datenlieferungen des Gemeinsamen Krebsregisters für die ostdeutschen Bundesländer betroffen sind, werden bis zum 31. Dezember 2020 voraussichtlich nicht erfüllt werden.

Direkt zum Gutachten (PDF, Webseite GKV)

Weitere Infos zum klinischen Krebsregister (Webseite GKV)

Zur Pressemitteilung des GKV

Autorinnen & Autoren

Christina Resnischek, Lorenz Löffler, Franziska Stader

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Christina Resnischek

Projektleiterin

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

Werfen Sie einen Blick in unsere neuesten Projekte und Aktivitäten.

zwei junge Menschen mit Mund-Nasen-Schutz laufen nebeneinander auf einer leeren Straße

Welche Folgen haben Homeoffice, Schulschließung & Co?

2020

Koordiniert durch Prognos und das Institut der deutschen Wirtschaft haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interdisziplinär ein Papier zu den gesundheitlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise zusammengestellt.

Zwei Senioren benutzen Laptop und Smartphone

Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf die Rentenentwicklung

2020

Hat(te) der gesetzliche Mindestlohn Einfluss auf Rentenentwicklung und individuelle Rentenansprüche? Dem ist Prognos im Auftrag der Mindestlohnkommission nachgegangen.

ein 50 Euro Schein wird aus einer Geldbörse entnommen

Lohneinkommensentwicklungen 2025

2020

Steigt die Produktivität der deutschen Wirtschaft, kommt das nicht bei jedem Einzelnen in gleichem Maße an. Das zeigt unsere Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Eine medizinische Fachkraft assistiert einem jungen Mann beim Laufen zwischen zwei Stützbalken

Antragsrückgang bei Leistungen zur medizinischen Rehabilitation

2019

Im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung Bund identifizierten wir Gründe für den Antragsrückgang sowie für die Nichtinanspruchnahme von medizinischer Rehabilitation.

zwei Senioren sehen sich die Auswertung ihrer Finanzinvestitionen an

Regionale Kosten der Altersvorsorge

2020

Die Studie zeigt: Gesetzlich Versicherte sollten zusätzlich privat vorsorgen, um den Lebensstandard im Alter zu sichern. Der Sparbedarf unterscheidet sich je nach Region.

Eine junge Familie läuft durch ein Feld

Investiver Sozialstaat: Innovativ und wirksam.

2020

In einem Policy-Paper beschreibt Prognos die Entwicklung des Sozialstaates in Deutschland und zeigt dabei die Komplexität von Reformprozessen auf.

eine junge Frau reicht einer Seniorin einen Korb voller Lebensmittel an der Haustür

Förderung von Nachbarschaftshilfe durch Servicepunkte

2020

Prognos evaluierte das Modellvorhaben „Förderung und Unterstützung des Engagements von Nachbarschaftshelfern durch Servicepunkte“.

Junge Menschen in einem Business Meeting, eine Person sitzt in einem Rollstuhl.

Evaluation: Umsetzung UN-Behinderten​rechts​konvention in Schleswig-Holstein

2020

Prognos untersuchte u.a. die Konzeption des Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

Älterer Mann mit Gehstock läuft mit Pflegekraft auf der Wiese, am Rand steht ein Rollstuhl

Evaluation: Umstellung des Verfahrens zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit

2020

Prognos hat die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und des neuen Begutachtungsverfahrens im Rahmen eines Monitorings begleitet.

Älterer Mann mit Gehstock läuft mit Pflegekraft auf der Wiese, am Rand steht ein Rollstuhl

Evaluation: Modellprogramm neue Wohnformen

2020

Gemeinsam mit dem Kuratorium Deutsche Altershilfe evaluierte Prognos das Modellprogramm „Weiterentwicklung neuer Wohnformen nach § 45f SGB XI“ des GKV-Spitzenverbandes.

Adobe Stock - CleverStock

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren