Zurück zur Projektübersicht

Studie für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Verlässlicher Generationenvertrag?

Auftraggeber

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Jahr

2018


Das geplante Rentenpaket der Bundesregierung würde zu deutlichen Mehrausgaben für die Rentenversicherung und zu einer dauerhaften Erhöhung des Renten-Beitragssatzes führen. Dabei würde das Paket besonders stark zukünftige Generationen belasten – mit Kosten in Höhe von 248 Milliarden Euro.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Prognos AG für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Laut der Analyse sind die Gewinner des Rentenpakets die Geburtsjahrgänge 1974 und älter. Diese erhalten unter dem Strich zusätzliche Leistungen im Gegenwert von 343 Milliarden Euro. Die Verlierer sind – neben den zukünftigen Generationen – die Jahrgänge 1975 und jünger. Für diese Jahrgänge summiert sich die Mehrbelastung netto auf 94 Milliarden Euro.

Die Studie betrachtet zudem – entsprechend der Zunahme der Lebenserwartung – die Auswirkungen einer weiteren Verlängerung der Lebensarbeitszeit nach 2030: eine Anhebung der Regelaltersgrenze auf 69 Jahre im Jahr 2060.

Die Rente mit 69 bedeutet für jüngere Altersjahrgänge eine Mehrbelastung von 99 Milliarden Euro. Infolge des höheren Rentenniveaus würden ältere Jahrgänge dagegen zusätzliche Leistungen in Höhe von 67 Mrd. Euro erhalten. Auch für zukünftige Generationen resultiert bei der Rente mit 69 eine Entlastung in Höhe von 33 Mrd. Euro.

Hintergrund

Die Große Koalition aus CDU, CSU und SPD hat sich im Koalitionsvertrag vom 7. Februar auf die Sicherstellung des aktuellen (Netto-)Rentenniveaus von 48 Prozent bis zum Jahr 2025 verständigt. Gleichzeitig soll der Beitragssatz bis dahin nicht über 20 Prozent steigen. Auch für den Zeitraum nach 2025 strebt der Koalitionsvertrag eine doppelte Haltelinie an, bei der sowohl das Rentenniveau als auch der Beitragssatz langfristig abgesichert werden.

Hierzu sollen mit dem am 13. Juli 2018 vorgestellten Entwurf für ein RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetz (Rentenpaket) die gesetzlichen Grundlagen zur Sicherstellung des aktuellen (Netto-)Rentenniveaus von 48 Prozent und eines Beitragssatzes von maximal 20 Prozent bis zum Jahr 2025 geschaffen werden. Daneben beinhaltet das Rentenpaket 2018 mit der „Mütterente II“ weitere Verbesserungen bei der Anrechnung von Kindererziehungszeiten für Eltern von vor dem Jahr 1992 geborenen Kindern und bei der Erwerbminderungsrente.

Zur Studie (insm.de)

Zur Pressemitteilung der INSM

Autor: Dr. Stefan Moog

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Stefan Moog

Senior Experte

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

AXA bAV Symposium: Demografische Entwicklung in Deutschland

| Event

Dr. Oliver Ehrentraut referiert zum Thema „Demografische Entwicklung“.

Kein Generationenkonflikt: Jung und Alt suchen vor allem Sicherheit.

2022
| Projekt

Studie vergleicht „Boomer“ und Generation Z: Hohes Sicherheitsbedürfnis bei Jung wie Alt.

Folgen des Mindestlohns für die Saisonbeschäftigung

2022
| Projekt

Seit 2015 gibt es den gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland. Dessen Folgen für Saisonbeschäftigung untersuchte Prognos im Auftrag der Mindestlohnkommission.

Haushalte, Einkommen und Altersvorsorge

2022
| Projekt

Ohne zusätzliche Vorsorge können die Menschen ihren Lebensstandard im Alter nicht halten. Eine Studie für den GDV untersucht, wie viel die Haushalte für die Rente sparen sollten und was sie sich leisten können.

Inflation: Aktuelle Zahlen zu Mehrbelastung und Entlastung von Familienhaushalten

2022
| Meldung

Eine neue Analyse zeigt, wie stark unterschiedliche Haushaltstypen von inflationsbedingten Mehrbelastungen betroffen sind.

Inflation – Mehrbelastung und Entlastung von Familienhaushalten

2022
| Projekt

Berechnungen zu inflationsbedingten Mehrausgaben privater Haushalte und Wirken des Entlastungspaket der Bundesregierung.

Studienvorstellung: Zur Lage der Patientenfürsprecherinnen und -fürsprecher an deutschen Krankenhäusern

| Event

Dr. Stefanie Ettelt stellt auf dem 16. Berliner Tag der Patientenfürsprecherinnen und -fürsprecher erstmalig Studienergebnisse vor.

Auftaktveranstaltung: R+V Zukunftsfestival

| Event

Christian Böllhoff stellt die Schwerpunkte und das Design der Studie „Zukunft gemeinsam gestalten“ vor.

Kindergrundsicherung: kein Selbstläufer

2022
| Projekt

Die Kindergrundsicherung kann Armutsrisiken reduzieren und Chancen verbessern. Ein neues Hintergrundpapier enthält Einschätzungen und neue Berechnungen rund um das Vorhaben der Ampel-Regierung.

Auswirkungen von Corona-Tests auf Volkswirtschaft und Gesundheitswesen

2022
| Projekt

Corona-Tests sollen helfen, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Prognos quantifizierte nun den Nutzen der Tests auf Volkswirtschaft und Gesundheitswesen.

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren