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Wohnformen für Pflegebedürftige | Dienstag, 28.01.2020

Evaluation des Modellprogramms neuer Wohnformen

Gemeinsam mit dem Kuratorium Deutsche Altershilfe evaluierte Prognos das Modellprogramm „Weiterentwicklung neuer Wohnformen nach § 45f SGB XI“ des GKV-Spitzenverbandes. Die Ergebnisse zeigen ein breites Angebot und eine hohe Qualität der neuen Wohnformen.

© iStock - Christopher Futcher

In den vergangenen Jahren hat sich ein breites Spektrum an neuen – vor allem ambulanten – Wohn- und Versorgungsmöglichkeiten für Pflegebedürftige entwickelt. Im Rahmen des Modellprogramms zur Weiterentwicklung neuer Wohnformen wurden 53 Projekte mittels projektbezogener Dokumentenanalysen und Befragungen von Projektträgern, Mitarbeitenden, Pflegebedürftigen und Angehörigen sowie Kostenträgern zwischen Januar 2015 und März 2018 evaluiert.

Ergebnisse der Evaluation

Grundsätzlich weisen die untersuchten Projekte eine große Bandbreite, Konzeptvielfalt und ein breites Leistungsspektrum auf. Die Ergebnisse zeigen, dass die Projekte im hohen Maße den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner entsprechen. Diese schätzen die hohe Versorgungssicherheit und die vielfältigen Möglichkeiten der Selbst- und Mitbestimmung, wünschen sich teilweise jedoch eine bessere soziale Einbindung. Angehörige fühlen sich in vielfältiger Weise in ihrer Sorge entlastet, bleiben jedoch auch verantwortlich eingebunden. Die geforderte Selbstverantwortung ist für viele noch ungewohnt und bedarf einer entlastenden Begleitung.

Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit der Projekte ergab sich ein ausgeglichenes oder positives Ergebnis, das zum Teil allerdings auf den Einsatz von Fördermitteln zurückzuführen ist, insbesondere bei Ansätzen des Quartiers- oder Case- und Care-Managements. Ambulante Wohnformen mit umfassender Versorgungssicherheit stellten mit 3.622 EUR pro Monat das teuerste Versorgungssetting dar.

Die Projektträger beurteilten die Nachhaltigkeit der neuen Wohnformen als gut und schätzten deren zukünftigen Bedarf als hoch ein. Der Fortbestand vieler Projekte gelingt jedoch oft nur, weil das Leistungsangebot verringert wird, Eigenmittel eingesetzt werden oder Lücken durch Querfinanzierungen ausgeglichen werden.

Für eine erfolgreiche Übertragbarkeit neuer Wohnformen müssen organisationsspezifische Anpassungen vorgenommen, die Leistungen flexibler gestaltet, das Personal systematisch entwickelt werden und neue Formen der Zusammenarbeit entstehen.

undefinedZur Studie in der Prognos-Publikationsdatenbank

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undefinedWeitere Infos beim GKV Spitzenverband