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Innovationsfähigkeit in den Regionen der EU

Intelligente Spezialisierungsstrategien

Auftraggeber

Europäische Kommission

Jahr

2021

Gemeinsam mit CSIL Milano und zahlreichen Länderexperten untersuchte Prognos die Prioritätensetzung im Rahmen der intelligenten Spezialisierung in der EU zwischen 2014 und 2020. Die Strategien sollten bestmöglich auf den Stärken der jeweiligen Region aufsetzen. Sie sollten auch neue technologische Trends einbeziehen, um so zukünftige Wettbewerbsvorteile zu generieren. Die Studie bewertet die in allen verfügbaren S3-Strategien in der EU enthaltenen Ansätze zur Priorisierung in Hinblick auf Innovationsfähigkeiten und deren Umsetzung in konkrete Projekte. Es ergab sich ein komplexes und vielschichtiges Bild. Um die Wirksamkeit der intelligenten Spezialisierung zu erhöhen, sind Verbesserungen notwendig.

Zentrale Prioritätsbereiche sind Agrofood & Bioökonomie, IKT & Industrie 4.0, Gesundheit & Life Sciences und weitere technologieorientierte Themen

Die Prioritätsbereiche der S3-Strategien in der EU basieren weitgehend auf objektiven, datengetriebenen Identifikationsprozessen. Diese Prozesse werden zwar von den Stakeholdern geschätzt, es zeigen sich aber auch Verbesserungspotenziale hinsichtlich eines kontinuierlichen Dialogs und der Datenanalyse auf granularer Ebene. Die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten bzw. Regionen haben daher eine breite Palette von Prioritätsbereichen definiert. Diese sind meist auf F&E sowie eher technologieorientierte Themen ausgerichtet. Meist wurden vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanzierte Projekte mit S3-Schwerpunktbereichen verknüpft. Das Investitionsvolumen in den S3-Schwerpunktbereichen betrug etwa 20 Mrd. Euro. Dies legt nahe, dass der Priorisierungsansatz in den Förderverfahren meist effektiv umgesetzt wurde. Aber über 25 % der S3-Strategien stimmen nicht gut mit dem Innovationspotenzial der jeweiligen Region überein.

Ein Vergleich der S3-Schwerpunktbereiche mit dem regionalen Innovationsanzeiger (RIS) und dem European Quality of Government Index (EQG) zeigt Verblüffendes: Einige an sich schwache Regionen, die nur über geringe Innovationspotenziale und institutionelle Kapazitäten verfügen, schlagen sich in den S3-Bereichen relativ gut. Hierfür kann es drei Gründe geben: eine vergleichsweise hohe Förderung, eine stärkere Orientierung an den S3-Regeln oder weniger Top-down-Politik. Von den hochentwickelten Regionen und Ländern, die im RIS und EQG stark abschneiden, schnitten einige in den S3-Bereichen schlechter ab. Das könnte unter anderem an der verhältnismäßig niedrigen Förderung liegen.

Insgesamt lässt sich aber sagen, dass die landesweiten S3-Strategien von 22 Ländern in der EU gut funktionieren. Die Studie beschreibt detailliert die Entwicklung von S3-Strategien und die Priorisierungsansätze, die in den Strategien angewendet werden.

Empfehlungen für die Politik: regionale Innovationsstärke nutzen

„Wir empfehlen für die Zukunft, Prioritätsbereiche sorgfältiger zu identifizieren, die regionalen Innovationsstärken in diesen Bereichen besser zu nutzen und die gewählten Strategieziele besser zu evaluieren“, so Prognos-Projektleiter Dr. Jan-Philipp Kramer. Einzelheiten dazu, wie das geschehen könnte, liefert die Studie.

S3-Scoreboard 2021: Bewertung aller 185 intelligenten Spezialisierungsstrategien mittels neuer Methodik

Die Studienautorinnen und -autoren entwickelten erstmals ein „S3-Scoreboard“ als vergleichende Bewertung aller 185 intelligenten Spezialisierungsstrategien in den EU-Mitgliedstaaten und Regionen. Die Grundlage bildet eine neuartige Methodik, basierend auf KI-gestützten Matchinganalysen und exklusiven Daten.

Das S3 Scoreboard deckt 163 Regionen in 28 EU-Staaten ab. Darüber hinaus sind S3-Strategien auf Länderebene, wie in Malta, Luxemburg oder Zypern, enthalten.

Das Scoreboard bietet eine detaillierte Aufschlüsselung

  • der Leistungsgruppen mit kontextuellen Daten,
  • einschließlich des Anteils des EFRE-Budgets in Verbindung mit S3-Schwerpunktbereichen,
  • der Kontinuität des sog. Entrepreneurial Discovery Prozesses (EDP) oder
  • der Auswahlkriterien für S3-bezogene Ausschreibungen im Rahmen des EFRE 2014-2020

Anhand dieser kann die Ausgereiftheit der S3-Strategien in der gesamten EU jetzt und in Zukunft analysiert und verglichen werden.

Insgesamt zeigt das S3-Scoreboard 2021 eine starke Variation, die die unterschiedlichen Ausgangspunkte für intelligente Spezialisierung in Bezug auf die Stärke des Forschungs- und Innovationssystems, die Höhe der verfügbaren Ressourcen im Vergleich zu den nationalen Ressourcen und die Höhe der Beihilfeintensität widerspiegelt. Viele S3-Leader sind in weniger entwickelten Regionen zu finden, während die nordischen Länder, das Vereinigte Königreich oder einige deutsche, französische und stärker entwickelte spanische Regionen Optimierungspotenziale bei ihren S3-Strategien aufweisen. Die 22 nationalen S3-Strategien in der EU schneiden relativ gut ab.

Dr. Jan-Philipp Kramer hat die Ergebnisse der Analyse am 2. September 2021 bei einem Onlineevent der Europäischen Kommission erstmals vorgestellt. Anschließend wurden die Ergebnisse und deren Implikationen für die EU-Politik gemeinsam mit Roman Arjona (Referatsleiter, Generaldirektion Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU), Magda de Carli (Referatsleiterin, Generaldirektion Forschung und Entwicklung) und Pierre-Alex Balland (Utrecht University) diskutiert.

Zur Studie (auf Englisch, Website Europäische Kommission)

Autorinnen und Autoren: Dr. Jan-Philipp Kramer, Dr. Georg Klose, Janosch Nellen, Janis Neufeld, Neysan Khabirpour, Lennart Galdiga, Moritz Glettenberg, Johanna Thierstein (alle Prognos);  

Emanuela Sirtori, Dr. Francesca Guadagno, Dr. Julie Pellegrin, Alessandra Caputo, Dr.
Francesco Giffoni (alle CSIL)

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Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Jan-Philipp Kramer

Vize-Direktor, Leiter EU-Services

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Lennart Galdiga

Berater

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Dr. Georg Klose

Leiter Digital Development

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